Wichtige Erkenntnisse
- Kotlin spart massiv Entwicklungszeit
- Null-Safety verhindert die häufigsten Fehler
- 100% Java-Kompatibilität ermöglicht risikolose Migration
- Kotlin ist Standard für Android, Java bleibt stark im Enterprise
Wenn du dich mit App- oder Software-Entwicklung beschäftigst, kommst du an der Debatte „Kotlin vs. Java" nicht vorbei. Besonders im Android-Bereich hat Kotlin Java bereits als bevorzugte Programmiersprache abgelöst. Google empfiehlt seit 2019 offiziell Kotlin für die Android-Entwicklung. Aber bedeutet das automatisch, dass Kotlin die bessere Wahl ist? Und solltest du als Java-Entwickler jetzt zu Kotlin wechseln?
In diesem umfassenden Vergleich erfährst du alle wichtigen Unterschiede zwischen Kotlin und Java. Du bekommst eine klare Entscheidungshilfe, welche Sprache für deine Projekte die richtige ist – und wann ein Wechsel zu Kotlin sinnvoll ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kotlin spart bis zu 30% Codezeilen, ohne die Lesbarkeit zu beeinträchtigen
- Null-Safety ist direkt in die Sprache integriert und verhindert NullPointerExceptions
- Getter und Setter werden automatisch vom Compiler generiert
- 100% Java-kompatibel – du kannst beide Sprachen problemlos in einem Projekt nutzen
- Kotlin ist moderner, aber Java hat die größere Community und mehr Ressourcen
- Für Android-Entwicklung ist Kotlin mittlerweile der Standard
- Bei großen Enterprise-Projekten bleibt Java oft die stabilere Wahl
Was ist Kotlin eigentlich genau?
Kotlin ist eine moderne, statisch typisierte Programmiersprache, die 2011 von JetBrains entwickelt wurde – dem Unternehmen hinter den populären IDEs IntelliJ IDEA und WebStorm. Der Name stammt übrigens von der russischen Insel Kotlin bei St. Petersburg, ähnlich wie Java nach der indonesischen Insel benannt wurde.
Das Besondere an Kotlin: Die Sprache wurde von Anfang an so konzipiert, dass sie die Schwächen von Java ausgleicht, ohne dessen Stärken zu verlieren. Kotlin ist plattformübergreifend und kann in verschiedene Zielformate kompiliert werden:
- Kotlin/JVM – läuft auf der Java Virtual Machine
- Kotlin/JS – wird zu JavaScript transpiliert
- Kotlin/Native – kompiliert zu nativem Maschinencode
Diese Vielseitigkeit macht Kotlin zu einer zukunftssicheren Wahl für unterschiedlichste Projekte.
Warum wurde Kotlin entwickelt?
JetBrains entwickelte Kotlin aus einem ganz pragmatischen Grund: Das Unternehmen suchte nach einer modernen Alternative zu Java für die eigene Software-Entwicklung. Die Anforderungen waren klar:
- Vollständige Java-Interoperabilität
- Kompakterer, ausdrucksstärkerer Code
- Bessere Typsicherheit und weniger Fehlerquellen
- Schnellere Kompilierungszeiten als Scala
- Industrietauglichkeit von Anfang an
Das Ergebnis ist eine pragmatische Sprache, die nicht nur theoretisch elegant ist, sondern sich auch in der Praxis bewährt.
Kotlin vs. Java: Der direkte Vergleich
Um dir die Entscheidung zwischen Kotlin und Java zu erleichtern, schauen wir uns die wichtigsten Unterschiede im Detail an.
Syntax-Vergleich: Kompakt vs. Ausführlich
Der auffälligste Unterschied zwischen Kotlin und Java ist die Syntax. Schauen wir uns ein einfaches Beispiel an – eine Datenklasse für einen Benutzer:
Java-Version:
public class User {
private String name;
private int age;
public User(String name, int age) {
this.name = name;
this.age = age;
}
public String getName() {
return name;
}
public void setName(String name) {
this.name = name;
}
public int getAge() {
return age;
}
public void setAge(int age) {
this.age = age;
}
@Override
public boolean equals(Object o) {
// ... viele weitere Zeilen
}
@Override
public int hashCode() {
// ... weitere Zeilen
}
}Kotlin-Version:
data class User(val name: String, val age: Int)Das ist keine Übertreibung – diese eine Zeile Kotlin-Code ersetzt etwa 50 Zeilen Java-Code! Der Kotlin-Compiler generiert automatisch:
- Constructor
- Getter (und Setter für
var-Properties) equals()undhashCode()toString()copy()-Funktion
Vergleichstabelle: Java - Kotlin
| Kriterium | Java | Kotlin |
|---|---|---|
| Erscheinungsjahr | 1995 | 2011, offiziell 2016 |
| Entwickler | Oracle (ursprünglich Sun) | JetBrains |
| Codeumfang | Ausführlicher, mehr Boilerplate | 20-30% weniger Code |
| Null-Safety | Keine native Unterstützung, NullPointerExceptions häufig | In die Sprache integriert, NPE fast eliminiert |
| Getter/Setter | Manuell programmieren | Automatisch generiert |
| Funktionale Programmierung | Seit Java 8 mit Lambdas | Von Anfang an integriert |
| Extension Functions | Nicht vorhanden | Ja, ohne Vererbung |
| Smart Casts | Manuelle Typecasts nötig | Automatisch nach Typprüfung |
| Community-Größe | Sehr groß, etabliert seit Jahrzehnten | Wachsend, aber kleiner |
| Lernressourcen | Riesige Menge an Tutorials, Büchern, Foren | Gute Dokumentation, wachsende Ressourcen |
| IDE-Unterstützung | Exzellent (IntelliJ, Eclipse, NetBeans) | Exzellent (IntelliJ, Android Studio) |
| Build-Geschwindigkeit | Schnell, optimiert über Jahrzehnte | Etwas langsamer bei Full Builds, ähnlich bei incremental builds |
| APK-Größe | Kleiner | Etwas größer durch Kotlin-Runtime |
| Job-Markt | Sehr groß, viele Enterprise-Jobs | Wachsend, vor allem im Mobile-Bereich |
| Coroutines | Nicht nativ (Project Loom in Entwicklung) | Native Unterstützung für asynchrone Programmierung |
| Multiplatform | Nur JVM (GraalVM für native) | Kotlin Multiplatform für iOS, Android, Web, Desktop |
Die wichtigsten Vorteile von Kotlin gegenüber Java
Schauen wir uns nun die konkreten Vorteile von Kotlin im Detail an – denn diese machen den Unterschied in der täglichen Arbeit.
1. Weniger Boilerplate-Code = Höhere Produktivität
Kotlin eliminiert systematisch überflüssigen Code. Was in Java oft 100 Zeilen benötigt, kannst du in Kotlin auf 10-20 Zeilen reduzieren. Das bedeutet:
- Schnellere Entwicklung – weniger Tipparbeit
- Bessere Lesbarkeit – der Code bleibt übersichtlich
- Weniger Fehlerquellen – weniger Code = weniger potenzielle Bugs
- Einfachere Wartung – Änderungen sind schneller umgesetzt
Gut zu wissen: Studien zeigen, dass Entwickler in Kotlin etwa 20-30% produktiver sind als in Java – einfach weil sie weniger Zeit mit dem Schreiben von Standard-Code verbringen.
2. Null-Safety: Schluss mit NullPointerExceptions
Eine der häufigsten Fehlerquellen in Java sind NullPointerExceptions (NPE). Kotlin löst dieses Problem auf Sprachebene.
Das Problem in Java:
if(mitglied != null && mitglied.getLastname() != null) {
length = mitglied.getLastname().length();
}Bei jedem Zugriff musst du prüfen, ob Variablen null sein könnten. Vergisst du eine Prüfung, stürzt deine App ab.
Die Lösung in Kotlin:
In Kotlin unterscheidest du explizit zwischen nullable und non-nullable Typen:
// Kann niemals null sein
val firstname: String = ""
// Kann null sein (durch das Fragezeichen)
val lastname: String? = null
// Sicherer Zugriff mit dem Safe-Call-Operator
val length: Int? = mitglied?.lastname?.length
// Mit Elvis-Operator und Standardwert
val length: Int = mitglied?.lastname?.length ?: 0Der Compiler erzwingt, dass du nullable Werte explizit behandelst. Das verhindert NPEs bereits zur Compile-Zeit – nicht erst zur Laufzeit!
Praktischer Vergleich:
kotlin
// Elegant und sicher in Kotlin
println(lastname?.length)
// vs. umständlich in Java
lastname.ifPresent(value -> println(value.length()));3. Vollständige Java-Kompatibilität
Ein riesiger Vorteil von Kotlin: Du kannst es sofort in bestehenden Java-Projekten einsetzen, ohne alles neu schreiben zu müssen.
Das bedeutet konkret:
- Kotlin-Code kann Java-Klassen nutzen – alle Java-Bibliotheken funktionieren problemlos
- Java-Code kann Kotlin-Klassen aufrufen – beide Sprachen arbeiten nahtlos zusammen
- Schrittweise Migration – du kannst Datei für Datei von Java auf Kotlin umstellen
- Keine Schnittstellenprogrammierung nötig – kein JNI, keine Bridges
Beispiel:
kotlin
// Kotlin-Code nutzt Java-Klasse
val list = ArrayList<String>() // Java-ArrayList
list.add("Funktioniert perfekt")
// Java-Code nutzt Kotlin-Funktion
public class JavaClass {
public void useKotlin() {
String result = KotlinFileKt.kotlinFunction();
}
}Das macht Kotlin besonders attraktiv für Unternehmen: Bestehende Java-Projekte können nach und nach modernisiert werden, ohne Risiko und ohne komplette Neuentwicklung.
4. Moderne Sprachfeatures für besseren Code
Kotlin bringt viele Features mit, die Java erst in neueren Versionen erhalten hat – oder noch gar nicht hat.
Extension Functions – Erweitere bestehende Klassen:
kotlin
// Füge String eine neue Funktion hinzu
fun String.removeFirstLastChar(): String =
this.substring(1, this.length - 1)
// Verwendung
"Hello".removeFirstLastChar() // Ergebnis: "ell"In Java bräuchtest du dafür Utility-Klassen oder Vererbung.
Smart Casts – Automatische Typumwandlung:
kotlin
fun demo(x: Any) {
if (x is String) {
print(x.length) // x ist automatisch String
}
}Java erfordert explizites Casting: ((String) x).length()
Data Classes – Perfekt für DTOs:
kotlin
data class Product(
val id: String,
val name: String,
val price: Double
)
// Automatisch verfügbar:
val copy = product.copy(price = 29.99)
println(product) // Schöne toString()-AusgabeWhen-Expressions – Mächtiger als Switch:
kotlin
val result = when (x) {
in 1..10 -> "klein"
in 11..100 -> "mittel"
is String -> "ist ein String"
else -> "etwas anderes"
}5. Coroutines: Asynchrone Programmierung leicht gemacht
Kotlin Coroutines revolutionieren die asynchrone Programmierung. Im Vergleich zu Java Threads sind sie:
- Leichtgewichtig – tausende Coroutines parallel ohne Performance-Probleme
- Einfach zu schreiben – Code sieht aus wie synchroner Code
- Strukturiert – bessere Fehlerbehandlung und Ressourcen-Management
kotlin
// Kotlin Coroutine – einfach und lesbar
launch {
val data = fetchDataAsync() // wartet, ohne Thread zu blockieren
processData(data)
}
// vs. Java CompletableFuture – komplizierter
CompletableFuture.supplyAsync(() -> fetchData())
.thenAccept(data -> processData(data));6. Kotlin Multiplatform: Ein Code für alle Plattformen
Mit Kotlin Multiplatform (KMP) kannst du Code zwischen verschiedenen Plattformen teilen:
kotlin
// Gemeinsamer Code für iOS, Android, Web
expect class PlatformSpecific {
fun getPlatformName(): String
}
// Plattformspezifische Implementierung (automatisch)
// Android:
actual class PlatformSpecific {
actual fun getPlatformName(): String = "Android"
}In der Praxis kannst du 50-70% des Codes zwischen Plattformen teilen – das spart enorm viel Entwicklungszeit und Wartungsaufwand!
Wann ist Java die bessere Wahl?
Trotz aller Vorteile von Kotlin gibt es Szenarien, in denen Java immer noch die bessere Wahl ist:
1. Große Enterprise-Projekte mit Legacy-Code
Wenn du in einem Unternehmen mit Millionen Zeilen Java-Code arbeitest, macht eine komplette Migration oft keinen Sinn:
- Bewährte Stabilität – Java-Code läuft seit Jahrzehnten zuverlässig
- Riesiges Ökosystem – unzählige bewährte Bibliotheken und Frameworks
- Team-Expertise – erfahrene Java-Entwickler sind leichter zu finden
- Niedrigeres Risiko – bei kritischen Systemen will man keine Experimente
2. Microservices mit minimaler Größe
Bei lightweight Microservices ist die Anwendungsgröße kritisch:
- Kleinere JAR-Dateien – Java-Artefakte sind kompakter
- Geringerer Memory-Footprint – wichtig bei Container-Deployments
- Schnellere Startup-Zeiten – weniger Runtime-Overhead
Kotlin-Apps sind durch die Kotlin-Runtime und Standardbibliotheken etwa 1-3 MB größer – bei Microservices kann das relevant sein.
3. Maximale Kompatibilität und Portabilität
Java läuft buchstäblich überall:
- Jede Plattform mit JVM – von Mainframes bis Embedded Systems
- Jahrzehnte an Optimierungen – extrem ausgereifter JIT-Compiler
- Garantierte Abwärtskompatibilität – alter Code läuft auch auf neuen JVMs
4. Lernen und Lehre
Für Programmieranfänger hat Java Vorteile:
- Explizitere Syntax – man versteht besser, was passiert
- Mehr Lernmaterial – tausende Bücher, Kurse, Tutorials
- Größere Community – leichter Hilfe bei Problemen zu finden
Solltest du zu Kotlin wechseln?
Die wichtigste Frage: Wann lohnt sich der Switch zu Kotlin? Hier ist deine Entscheidungshilfe:
Wechsle zu Kotlin, wenn:
- Du Android-Apps entwickelst – Kotlin ist offizieller Google-Standard
- Du neue Projekte startest – nutze moderne Technologie von Anfang an
- Du weniger Boilerplate-Code willst – höhere Produktivität
- Null-Safety wichtig ist – weniger Bugs in Production
- Du funktional programmieren möchtest – bessere Unterstützung als Java
- Multiplatform-Entwicklung geplant ist – iOS + Android mit gemeinsamem Code
Bleib bei Java, wenn:
- Große Legacy-Systeme gepflegt werden müssen
- Dein Team kein Kotlin kann und Schulungen nicht möglich sind
- Minimale Anwendungsgröße kritisch ist (Microservices, Embedded)
- Maximale Stabilität gefordert ist – keine Experimente möglich
- Du sehr spezielle Java-Features nutzt, die in Kotlin nicht verfügbar sind
Hybridansatz: Das Beste aus beiden Welten
In vielen Fällen ist die beste Lösung eine Kombination aus beiden:
- Bestehender Java-Code bleibt – kein Risiko
- Neue Features in Kotlin – moderne, wartbare Code-Basis
- Schrittweise Migration – wo es sich lohnt
Große Unternehmen wie Netflix, Uber, Pinterest und Airbnb fahren genau diese Strategie erfolgreich.
Migrationsstrategie: So gelingt der Umstieg
Wenn du dich für Kotlin entscheidest, findest du hier die bewährten Schritte:
Phase 1: Vorbereitung
- Team-Schulung (1-2 Wochen reichen in der Regel für Java-Entwickler)
- Pilot-Projekt mit Kotlin starten
- Build-System anpassen
Phase 2: Sanfte Migration
- Neue Klassen direkt in Kotlin schreiben
- Bei Änderungen in Java-Code: Datei konvertieren
- Automatische Konvertierung nutzen (IntelliJ IDEA: Code → Convert Java to Kotlin)
Phase 3: Optimierung
- Konvertierten Code idiomatisch machen
- Kotlin-Features voll ausnutzen
- Code-Reviews für Best Practices
Tipp: IntelliJ IDEA kann Java-Code automatisch in Kotlin konvertieren – das ist ein guter Startpunkt, auch wenn du den Code danach noch optimieren solltest.
IDE und Tool-Unterstützung
Beide Sprachen werden exzellent von modernen Entwicklungsumgebungen unterstützt:
Für Kotlin:
- Android Studio – perfekt integriert, Google's offizielle IDE
- IntelliJ IDEA – beste Kotlin-Unterstützung (von den Kotlin-Entwicklern selbst)
- Eclipse – Kotlin-Plugin verfügbar
- Visual Studio Code – mit Extensions nutzbar
Build-Tools:
- Gradle – First-Class Kotlin-Support mit Kotlin DSL
- Maven – volle Unterstützung
- Continuous Integration – alle CI/CD-Systeme unterstützen Kotlin
Framework-Unterstützung:
Kotlin funktioniert nahtlos mit allen wichtigen Java-Frameworks:
- Spring Boot – seit Version 5 native Kotlin-Unterstützung
- Ktor – modernes, Kotlin-natives Web-Framework
- Android Jetpack – komplett Kotlin-optimiert
- Quarkus – volle Kotlin-Unterstützung
Kotlin Multiplatform: Die Zukunft der plattformübergreifenden Entwicklung
Ein Bereich, in dem Kotlin Java klar überlegen ist: Multiplatform-Entwicklung.
Unterstützte Plattformen:
Mobile:
- iOS (arm32, arm64, Simulator x86_64)
- Android (arm32, arm64, x86, x86_64)
Desktop:
- Windows (mingw x86_64, x86)
- macOS (x86_64, arm64)
- Linux (x86_64, arm32, arm64)
Web:
- JavaScript/TypeScript
- WebAssembly (wasm32)
Embedded:
- Raspberry Pi
- MIPS (big/little endian)
Praxisbeispiel:
kotlin
// Gemeinsame Business-Logik
class UserRepository {
fun getUser(id: String): User {
// Plattformunabhängiger Code
}
}
// iOS und Android nutzen die gleiche Logik!Realistische Ergebnisse:
- 70% Code-Sharing zwischen iOS/Android bei Business-Logik
- 50% bei UI-nahem Code (mit Compose Multiplatform)
- Signifikante Zeit- und Kostenersparnis
Fazit: Kotlin vs. Java – Die richtige Wahl treffen
Nach diesem umfassenden Vergleich lässt sich sagen: Kotlin ist nicht einfach „das bessere Java" – beide Sprachen haben ihre Berechtigung.
Kotlin wählen für:
- Android-Entwicklung – klare Empfehlung von Google
- Neue Projekte – moderne Syntax und Features
- Höhere Produktivität – weniger Boilerplate
- Null-Safety – weniger Crashes
- Multiplatform-Apps – iOS + Android gemeinsam entwickeln
Java wählen für:
- Große Enterprise-Systeme – bewährte Stabilität
- Legacy-Projekte – keine Migration nötig
- Minimale App-Größe – bei Microservices relevant
- Maximale Kompatibilität – läuft überall
- Große Teams – mehr verfügbare Entwickler
Die beste Strategie für die meisten Teams:
Nutze beide Sprachen! Kotlin für neue Features und kritische Bereiche, Java wo es bereits funktioniert. Die hervorragende Interoperabilität macht dies problemlos möglich.
Wenn du Android-Entwickler bist oder werden willst: Setze voll auf Kotlin. Wenn du im Enterprise-Backend arbeitest: Java bleibt relevant, aber schau dir Kotlin für neue Services an.
Die Zukunft gehört vermutlich einer hybriden Welt, in der beide Sprachen ihre Stärken ausspielen – und du mit Kenntnissen in beiden bestens aufgestellt bist.
Bereit für den Umstieg? Starte mit einem kleinen Projekt, nutze die automatische Konvertierung in IntelliJ IDEA, und entdecke, wie viel produktiver und angenehmer Entwicklung mit Kotlin sein kann!
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Kotlin vs. Java
Ist Kotlin einfacher zu lernen als Java?
Für Java-Entwickler: Ja! Wenn du bereits Java kannst, lernst du Kotlin in 1-2 Wochen. Die Syntax ist intuitiver und kompakter. IntelliJ IDEA hilft sogar beim automatischen Konvertieren.
Für komplette Anfänger: Jein. Java ist expliziter und daher manchmal leichter zu verstehen. Kotlin ist moderner, aber teilweise abstrakter. Für Android-Entwicklung ist Kotlin heute trotzdem der bessere Einstieg, da es die offizielle Empfehlung ist.
Wie unterscheidet sich die Syntax von Kotlin und Java?
Der Hauptunterschied: Kotlin ist deutlich kompakter. Ein Beispiel:
kotlin
// Kotlin – prägnant und modern
fun greet(name: String): String {
val greeting = "Hallo, $name!"
return greeting
}java
// Java – ausführlicher
public String greet(String name) {
final String greeting = "Hallo, " + name + "!";
return greeting;
}Wichtigste Unterschiede:
- Semikolons sind optional in Kotlin
- val/var statt final – kürzere Deklarationen
- Typ steht nach dem Namen:
name: StringstattString name - String-Interpolation:
"Hallo, $name"statt"Hallo, " + name - Funktionen mit
funstatt Methoden in Klassen
Ist Kotlin schneller als Java?
Performance ist nahezu identisch. Beide kompilieren zu JVM-Bytecode. In Benchmarks gibt es minimale Unterschiede (< 5%), die in der Praxis irrelevant sind.
Die Unterschiede:
- Java hat teilweise etwas schnellere Kompilierungszeiten bei großen Projekten
- Kotlin nutzt mehr Inlining, was zu leicht besserem Runtime-Code führen kann
- Coroutines in Kotlin sind effizienter als Java Threads
Fazit: Wähle die Sprache nicht nach Performance, sondern nach Entwicklerproduktivität und Codequalität.
Welche Sprache hat bessere Job-Aussichten?
Aktuell (2026):
- Java – deutlich mehr Jobangebote gesamt, vor allem im Enterprise-Bereich
- Kotlin – stark wachsend, besonders in Mobile/Android-Entwicklung
Trend: Kotlin-Jobs wachsen schneller, aber von kleinerer Basis. Viele Stellen fordern inzwischen Java UND Kotlin.
Empfehlung: Lerne beide! Als Java-Entwickler ist Kotlin schnell gelernt und macht dich attraktiver für moderne Projekte.
Kann ich Java-Bibliotheken in Kotlin nutzen?
Ja, zu 100%! Das ist einer der größten Vorteile von Kotlin. Alle Java-Bibliotheken funktionieren ohne Anpassung:
kotlin
// Nutze beliebige Java-Bibliothek
import org.apache.commons.lang3.StringUtils
val result = StringUtils.capitalize("kotlin") // Funktioniert!Du kannst auch in beide Richtungen arbeiten: Java-Code kann Kotlin-Code aufrufen und umgekehrt.
Wie unterscheidet sich die Handhabung von Nebenläufigkeit?
Kotlin mit Coroutines:
kotlin
launch {
val data = fetchDataAsync()
processData(data)
}Vorteile:
- Leichtgewichtig (tausende parallel möglich)
- Sieht aus wie synchroner Code
- Einfache Fehlerbehandlung
- Strukturierte Nebenläufigkeit
Java mit CompletableFuture:
java
CompletableFuture.supplyAsync(() -> fetchData())
.thenAccept(data -> processData(data));Kotlin ist hier klar überlegen – Coroutines sind einfacher zu schreiben, zu verstehen und zu debuggen.
Welche Sprache bietet bessere Typsicherheit?
Kotlin ist typ sicherer, vor allem durch:
Null-Safety:
kotlin
var canBeNull: String? = null // explizit nullable
var neverNull: String = "value" // kann nie null seinSmart Casts:
kotlin
if (x is String) {
println(x.length) // automatisch als String erkannt
}Sealed Classes:
kotlin
sealed class Result {
data class Success(val data: String) : Result()
data class Error(val message: String) : Result()
}Java hat diese Features nicht oder nur eingeschränkt. Kotlin fängt viele Fehler bereits zur Compile-Zeit ab, die in Java erst zur Laufzeit auftreten würden.
Wie sieht die Zukunft von Kotlin und Java aus?
Java bleibt relevant:
- Sechsmonatiger Release-Zyklus mit kontinuierlichen Verbesserungen
- Project Loom bringt leichtgewichtige Threads (Virtual Threads)
- Project Valhalla für bessere Performance
- Stark im Enterprise- und Backend-Bereich
Kotlin wächst stark:
- Kotlin Multiplatform wird ausgereifter
- Google pusht Kotlin für Android massiv
- Jetpack Compose für deklarative UIs
- Wachsende Adoption außerhalb von Mobile
Prognose: Beide Sprachen werden koexistieren. Java dominiert im Enterprise-Backend, Kotlin in Mobile und Multiplatform-Entwicklung.
Welche Vorkenntnisse brauche ich für Kotlin?
Ideal:
- Java-Grundkenntnisse – dann ist Kotlin sehr einfach
- Objektorientierte Programmierung (OOP)
- Grundverständnis der JVM
Für Android-Entwickler:
- Kotlin ist heute die Einstiegssprache – Java-Vorkenntnisse nicht zwingend
- Kotlin Koans (interaktive Übungen) sind perfekt zum Lernen
- Offizielle Kotlin-Dokumentation ist exzellent
Lernzeit:
- Mit Java-Erfahrung: 1-2 Wochen für solide Basis
- Ohne Programmiererfahrung: 2-3 Monate für Grundlagen
- Bis zur Produktivität: 1-2 Monate Praxis








