Titelmotiv - Blockaden von Einsteigern bei der Arbeit mit WordPress

Bei WordPress Einsteigern sind oft gewisse Blockaden vorhanden, die gilt es zu brechen, indem man dem User Entscheidungen abnimmt oder Empfehlungen gibt.

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Wolf-Dieter Fiege
Willkommen auf dem WordCamp Vienna. Wer bist du und was machst du mit WordPress?

Hallo, ich bin Dennis Hipp und arbeite schon seit vielen Jahren mit WordPress. Ich habe vor vielen Jahren damit angefangen, Webseiten mit WordPress zu bauen. Dabei habe ich mich intensiver mit WordPress-Themes und -Plugins beschäftigt. Parallel dazu arbeitete ich als Webentwickler, mit dem Fokus auf Frontend. Danach habe ich habe viele Jahre Webdesign gemacht. So bin ich dann immer weiter in die WordPress-Community „reingerutscht“. Später habe ich für eine große Agentur WordPress Themes und Plugins entwickelt. Dann ging die Reise weiter und jetzt bin ich im Bereich Produkt und UX gelandet. Ich schaue mir die Kundenoberflächen von WordPress-Hosting-Unternehmen an und analysiere, wie die Kunden da durchgehen und was sich Kunden wünschen. Dann versuche ich, die Verwaltung von WordPress-Hosting-Produkten für die Kunden so gut wie möglich zu verbessern.

Was sind aktuell die spannendsten Entwicklungen, was das Backend von WordPress selbst betrifft?

Spannend wird es zu schauen, wie sich Ende des Jahres WP-Admin, also die Admin-Oberfläche von WordPress, verändern wird. Da wird eine große Veränderung kommen. Die Oberfläche ist ja jetzt schon viele, viele Jahre alt. Da hat sich im Lauf der Zeit nicht viel geändert.

Es gibt außerdem viele Unternehmen, die WordPress-Landingpages und WordPress-Plugins haben. Da bin ich sehr gespannt, wie sich das mit der komplett neuen Oberfläche gestaltet. Das wird spannend.

Viele Einsteiger haben Probleme mit der Komplexität von WordPress. Welche Verbesserungspotentiale siehst du da?

Generell hat WordPress Core ja kein „Onboarding“.

Wenn es große Updates gibt, hat man ein Banner oder einen Update-Screen, wo du die neuen Features erklärt bekommst. Aber darüber hinaus gibt es kein richtiges Onboarding in WordPress. Es gibt keine Tour. Manchmal gibt es oben rechts einen Hilfe-Tab, den man öffnen kann. Aber das war‘s dann auch. Das meiste, was es an Onboarding gibt, kommt von den Hosting-Anbietern. Da gibt es bei WordPress auf jeden Fall noch Verbesserungspotenzial.

Siehst du große Unterschiede zwischen den Hosting-Anbietern, was WordPress-Hosting betrifft?

Ja, doch. Da gibt es deutliche Unterschiede und verschiedene Philosophien. Auch verschiedene Zielgruppen. Zum Beispiel bei der Frage: Wie stark nimmt man den User an die Hand? Das hängt natürlich auch davon ab, was für Kunden man hat. Da hat jedes Unternehmen seinen eigenen „Style“. Es gibt zum Beispiel Unternehmen, die ihre Kunden mehr an die Hand nehmen. Da kann man schon gewisse Muster erkennen. Auch beim Onboarding sieht man Ähnlichkeiten. Man schaut: Was ist etabliert, was hat sich bewährt. Man braucht ein Login, meistens auch einen Benutzer, man muss einen Seitentitel festlegen … Gewisse Dinge sind ähnlich.

Was sind für die die größten Pain Points für Einsteiger? Zum Beispiel, was das Thema Sicherheit oder Usability betrifft?

Für Einsteiger ist es schwer, in dem Meer an Möglichkeiten die richtige Auswahl zu treffen.

Es gibt unzählige Plugins. Manche sehen zwar schön aus, sind aber schwierig einzustellen oder anzupassen. Für eine Lösung gibt es oft Dutzende von Plugins und die User wissen dann nicht, welches das richtige für sie ist? Und manchmal treffen sie dann eine Entscheidung und binden dieses in ihre Seite ein und haben plötzlich das Blank-Page Problem. Sie stehen vor einer weißen Seite und wissen nicht, wie sie anfangen sollen. Sie fragen sich dann: „Wie fange ich jetzt mit meiner Webseite an? Was ist Schritt eins?“ Da sind gewisse Blockaden vorhanden, die gilt es zu brechen, indem man dem User Entscheidungen abnimmt oder Empfehlungen gibt.

Welche Arten von Hilfestellung für Einsteiger sind im Rahmen eines WordCamps möglich?

WordCamps sind immer interessant, weil es ein breites Spektrum an Vorträgen gibt.

Es gibt immer wieder auch sehr anfängerfreundliche Vorträge und Workshops. Was auch immer gut ist, sind Contributor Days. Dort kann man etwas tiefer in Themen einsteigen. Beim WordCamp Vienna gab es zum Beispiel zwei sehr anfängerfreundliche Workshops. Aber ich wünsche mir, dass es noch mehr Vorträge gibt, die WordPress-Einsteiger ansprechen. Auf WordCamps gibt es natürlich auch sehr technische Vorträge, die sehr tief in die WordPress-Entwicklung gehen. Das ist schwieriger. Die sind nicht wirklich für Anfänger geeignet.

Was interessiert dich persönlich auf WordCamps?

Ich habe da ein breites Spektrum. Ich bin immer gerne bei Design-Themen dabei und nehme  immer gerne auch einen Developer-Vortrag mit. Das ist meine Vorgehensweise. Und dann lasse ich mich gerne treiben - nach Lust und Laune. Manchmal, wie heute Nachmittag, nehme ich mir gewisse Themen fest vor zu denen ich dann definitiv gehe. Ansonsten bin ich oft flexibel.

Vielen Dank für das Interview und noch viel Spaß auf dem WordCamp Vienna.

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