Was ist ein Proxy-Server und wofür braucht man ihn?

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Wolf-Dieter Fiege

Ein Proxy-Server vermittelt beim Surfen im Internet den Austausch der Daten zwischen dir und dem Zielserver, auf die du durch das Laden einer Website oder App zugreifst. Client und Server tauschen also Daten aus, ohne direkt miteinander verbunden zu sein. Die Verwendung bietet eine Reihe von Vorteilen, unter anderem wird so deine IP-Adresse verschleiert, sodass du anonym im Internet surfst.

Wie funktioniert ein Proxy-Server?

Jedes Mal, wenn du zum Beispiel mit deinem Laptop oder Smartphone eine Website aufrufst, sendet dein Browser eine Anfrage an den Zielserver. Die Anfrage enthält deine IP-Adresse, an die der Server dann die Antwort schickt. Über diese IP-Adresse ist es möglich, deinen Standort und letztlich dich zu identifizieren. Wenn ein Proxy-Server zwischengeschaltet ist, vermittelt er den Datenverkehr. Er empfängt deine Anfrage und leitet sie mit seiner eigenen IP-Adresse weiter. Das bedeutet, dass der Server deine IP-Adresse nicht kennt.

Welche Vorteile bietet ein Proxy-Server?

Der Einsatz eines Proxy-Servers bietet eine Reihe von Anwendungsmöglichkeiten und Vorteilen. Ein Proxy-Server:

  • verbirgt deine IP-Adresse und gewährt auf diese Weise beim Internetsurfen einen gewissen Grad an Anonymität
  • kommuniziert mit den Zielservern über seine eigene IP-Adresse. Um zum Beispiel das Geoblocking von Streaming-Anbietern zu umgehen, musst du dich nur mit einem Proxy im entsprechenden Land verbinden.
  • erhöht durch Caching die Ladegeschwindigkeit häufig besuchter Websites, indem er Kopien im Cache zwischenspeichern kann
  • eignet sich gut, um ausgewählte Inhalte zu filtern und bestimmte Anfragen zu blockieren. Firmen nutzen diese Funktion zum Beispiel, um Mitarbeitern den Zugriff auf bestimmte Websites zu verwehren.
  • ermöglicht durch die sogenannte Lastverteilung eine bessere Ausnutzung der vorhandenen Hardware-Ressourcen und erhöht die Stabilität

So schützt ein Proxy-Server den Client und Zielserver

Es gibt verschiedene Arten von Proxy-Servern, die sich unter anderem in der Verbindungsrichtung unterscheiden.

Schutz von Client-Geräten mit einem Forward-Proxy

Zu Hause und im Büro sind die Computer über ein privates Netzwerk mit dem Internet verbunden. Zum Schutz sämtlicher Clients vor Risiken aus dem Internet kann ein sogenannter Forward-Proxy zum Einsatz kommen. Die Folge: Diese klassische Form des Proxy-Servers nimmt Anfragen aus dem privaten Netzwerk entgegen, leitet sie an den Zielserver weiter und tritt dabei mit seiner eigenen IP-Adresse als Absender auf. Der Zielserver weiß in der Folge nicht, wer der eigentliche Absender der Anfrage ist, und sendet die Antwort an die IP-Adresse des Proxy-Servers. Daraufhin kontrolliert der Proxy die Datenpakete und leitet sie an das Endgerät im privaten Netzwerk weiter. Dies schützt vor Hackern.

Schutz des Servers mit einem Reverse-Proxy

Reverse-Proxys funktionieren in umgekehrter Richtung. Damit lässt sich ein Webserver vor Attacken aus dem Internet schützen. Der Datenverkehr mit den anfragenden Clients erfolgt dann nicht direkt mit dem Webserver, sondern mit dem Reverse-Proxy-Server. Dieser prüft die Anfragen und leitet diese an den Webserver weiter. Der Webserver verarbeitet die Anfrage und sendet die Antwort an den Proxy-Server, der diese wiederum an den Client weiterleitet.

Transparente Proxys

Ein transparenter Proxy verhält sich gegenüber einer der beiden Seiten unsichtbar. Das bedeutet, dass die eine Seite nicht den Proxy adressiert, sondern direkt das Ziel. Der transparente Proxy leitet die Anfrage dann automatisch weiter, der Absender bekommt davon nichts mit.

HTTPS- und SOCKS-Proxy-Server

Ein HTTP-Proxy-Server leitet HTTP-Anfragen weiter, HTTPS-Proxy-Server verschlüsseln die Daten zusätzlich. Diese eignen sich ausschließlich für Webinhalte. Ein SOCKS-Proxy-Server bietet flexiblere Einsatzmöglichkeiten und erleichtert die Kommunikation durch eine Firewall. SOCKS-Proxy-Server unterstützen Verbindungen auf Anwendungsebene, zu den Protokollen gehören neben HTTP und HTTPS auch SMTP, FTP, POP und andere.

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So nutzt du einen kostenlosen Proxy-Server

Für das Herstellen einer Proxy-Verbindung gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Der einfache Weg ohne Installation und weitere Proxy-Einstellungen ist ein Web-Proxy. Damit besuchst du bestimmte Webseiten über die Proxy-Verbindung, indem du die Website eines Web-Proxys öffnest und dort die Ziel-URL einträgst. Beispiele für kostenlose Web-Proxy sind HideMyAss und Proxysite. Diese kostenlosen Dienste gelten allerdings nicht als besonders schnell oder zuverlässig.
  2. Bei häufigerer Verwendung hast du die Möglichkeit, einen Proxy manuell im Webbrowser Für die meisten Anwender ist statt der Einrichtung in Browsern wie Chrome oder Firefox jedoch eine Verbindung über ein VPN empfohlen (siehe unten).
  3. Wenn nicht nur die Kommunikation zwischen Webbrowser und Internet, sondern die gesamte Internetverbindung über einen Proxy laufen soll, kannst du einen Proxy im Betriebssystem
    1. Windows 11: Klicke auf Einstellungen > Netzwerk und Internet > Proxy > Manuelle Proxyeinrichtung > Proxyserver verwenden. Hier Proxy-IP-Adresse und Port eintragen und speichern.
    2. macOS: Klicke auf Apple-Menü > Systemeinstellungen > Netzwerk > hier das aktive Netzwerk auswählen > weitere Optionen > Proxies. Dann den Protokoll-Typ auswählen und die Proxy-IP sowie den Port eintragen.

Hinweis: Eine Liste aktueller und kostenloser Proxy-Server findest du über eine Suche im Netz.

Die sicherere Alternative: Verbindung per VPN herstellen

Die flexible, zuverlässige und sichere Alternative zum Proxy-Server ist ein VPN (virtuelles privates Netzwerk), das ebenfalls deine IP-Adresse versteckt, das Umgehen des Geoblockings ermöglicht und grundsätzlich alle Daten verschlüsselt. Ein Proxy gilt somit als weniger sicher, und für die meisten Internetnutzer ist die einfache Installation einer VPN-Software die bessere Lösung. Kostenlose Dienste haben in der Regel eine Begrenzung der Datenmenge und/oder Datenübertragungsgeschwindigkeit, kostenpflichtige Versionen funktionieren zuverlässig und schnell. Beliebte VPNs sind zum Beispiel NordVPN, CyberGhost und ProtonVPN. Diese kannst du auf deinen Endgeräten wie PC und Smartphone bzw. iPhone installieren und so sicher im Internet surfen.

Titelmotiv: Photo by Nathan Dumlao on Unsplash

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