Technisches SEO für WordPress – ein Ratgeber

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Wolf-Dieter Fiege

(Update) Sich im Bereich SEO zurechtzufinden, ist gar nicht so schwierig. In diesem Ratgeber für technisches SEO findest du jede Menge hilfreiche Tipps und Anleitungen. Und keine Sorge: Du musst kein SEO-Profi werden – denn WordPress liefert von Haus aus schon viele Plugins und Einstellungen für die Suchmaschinenoptimierung.

Was ist technisches SEO?

Beim technischen SEO geht es um die Optimierung einer Website für Google und andere Suchmaschinen. Das ultimative Ziel dabei ist, das Ranking der Website zu verbessern und dadurch die Sichtbarkeit zu steigern – was wiederum mit mehr Websitebesuchern einhergeht. Neben hochwertigem Content sind hierfür einige technische Komponenten entscheidend: wie zum Beispiel die Geschwindigkeit einer Website und ihre Struktur.

Technisches SEO sorgt insgesamt dafür, dass Suchmaschinen deine Website bestmöglich crawlen und indexieren können. Crawler bezeichnet Programme, die das Internet automatisch nach Inhalten durchsuchen und diese in den Index der Suchmaschine aufnehmen. Je einfacher du es Crawlern machst, desto besser ist in der Regel auch dein Ranking.

Technisches SEO vs. On-Page SEO: Was sind die Unterschiede?

Sowohl technisches SEO als auch On-Page SEO dient der Suchmaschinenoptimierung. Es gibt allerdings einige wesentliche Unterschiede zwischen diesen beiden Ansätzen. Technisches SEO legt den Fokus auf technische Details – daher der Name. Dazu gehört beispielsweise die Indexierbarkeit einer Website. On-Page SEO konzentriert sich hingegen auf Aspekte wie Keywords, Bilder, interne Verlinkung und Metadaten.

Technisches SEO: Best Practices

Technisches SEO verwendet eine Reihe an Maßnahmen und Tools, um mögliche technische Fehler einer Website aufzuspüren und sie zu optimieren. Im Folgenden findest du eine Übersicht der wichtigsten Punkte, die auf deine To-do-Liste gehören:

  • Website für mobile Geräte optimieren inklusive Responsive Design
  • Duplicate Content aufspüren und beheben
  • Canonical Tags hinzufügen
  • Ladezeiten verbessern
  • Website-Struktur planen
  • XML-Sitemap und robots.txt erstellen
  • Schema Markup (strukturierte Daten)
  • URL-Struktur optimieren
  • Fehlerseiten (404-Fehler) pflegen
  • Auf HTTPS wechseln

Einstieg ins technische SEO für WordPress

WordPress ist aufgrund seiner Leistungsfähigkeit und Flexibilität bei Webprogrammierern und Designern äußerst beliebt – da sie so großartige Websites erstellen können. Anwender lieben WordPress wiederum, weil sich damit ihre fertige Website problemlos updaten lässt.

Auch bei GoDaddy-Kunden ist WordPress ohne Frage eines der beliebtesten Content-Management-Systeme. Bei der Erstellung einer WordPress-Webseite werden jedoch oft die technischen Optimierungsmöglichkeiten außer Acht gelassen. Das kann über kurz oder lang zu großen Problemen führen. Einige Programmierer und Designer argumentieren, dass eine Website erst nach ihrer Fertigstellung für Suchmaschinen optimiert werden kann. Somit schieben sie oftmals die volle Verantwortung für die Suchmaschinenoptimierung auf den Kunden.

Zwei Argumente sprechen allerdings dagegen:

  1. Erstens sollten technische Optimierungsmaßnahmen für die Suchmaschinenoptimierung bereits fester Bestandteil der Planung einer neuen Website sein.
  2. Zweitens riskieren Webdesigner oder Programmierer mit dieser Einstellung, dass sich Kunden an die Konkurrenz wenden, die einen SEO-Service anbieten.

Canonical Tags und technisches SEO

Canonical Tags (kanonische Tags) nehmen eine ganz wesentliche Rolle ein, wenn eine Website Duplicate Content aufweist. Dabei handelt es sich um doppelte Inhalte. Duplicate Content wirkt sich negativ auf das Ranking aus, ist aber manchmal einfach nicht vermeidbar. Canoncial Tags schaffen hier Abhilfe und verraten der Suchmaschine, welche Webseite das Original ist – diese wird dann als Canonical URL bezeichnet. Ein Canonical Tag ist im Head-Bereich des HTML-Quellcodes einer duplizierten Website hinterlegt.

Wie funktioniert XML-Sitemaps in technischem SEO?

Die Sitemap entspricht dem Inhaltsverzeichnis einer Internetseite. XML-Sitemaps helfen Suchmaschinen dabei, die Website zu finden und richtig zu crawlen. Gewöhnlich erstellst du deine Sitemap zum Schluss, nachdem alle URLs eingerichtet sind. Umso wichtiger ist diese technische SEO-Maßnahme für umfangreiche Websites mit vielen Unterseiten.

Es gibt verschiedene Plugins, mit denen du automatisch eine XML-Sitemap deiner Webseite erstellen kannst: wie der XML Sitemap Generator for Google oder der Simple XML Sitemap Generator.

Tipp: Die meisten Sitemap-Generatoren ziehen sich die URLs aus der WordPress-Datenbank. Solltest du also deine Seite relaunchen, updaten oder einen Artikel an eine andere Stelle verschieben, bleibt der alte Link weiterhin in der Datenbank bestehen. Wenn du diesen nicht entfernst, kann es zu Crawling-Problemen kommen.

Schema-Markup und seine Bedeutung für technisches SEO

Ein Schema-Markup (schema.org) ist eine Kodierung, mit der du deine Website übersichtlich strukturieren und sie dadurch für Crawler verständlicher machen kannst. Einige häufig verwendete Schema-Typen sind:

  • Person
  • Organisation
  • Produkt
  • Restaurant
  • Event
  • Buch
  • Film

Schema-Markup ist somit nützlich, um Suchmaschinen den Kontext einer Website zu beschreiben. Dadurch erhöhst du deine Chancen, mit deinem Angebot bei relevanten Suchanfragen besser zu ranken. Bei WordPress kannst du es dir einfach machen und beispielsweise dieses Schema-Plugin nutzen oder ein Theme auswählen, das schon ein Schema-Markup enthält.

Wie behebe ich crawl-Fehler in der Google Search Console?

Selbst wenn du bei der Strukturierung deiner Webseite alles richtig gemacht hast, überprüfe deine Webseite trotzdem auf mögliche Crawling-Fehler. So kannst du beispielsweise fehlerhafte Links (Broken Links) ausfindig machen – denn diese können das Ranking und die Benutzererfahrung deiner Seite verschlechtern.

Du solltest auch testen, ob alle Seiten bzw. Verzeichnisse, die du über die robots.txt-Datei von der Indexierung ausgeschlossen hast, wirklich für Crawler geblockt sind. Dabei hilft dir der ​robots.txt-Bericht von Google.

Sobald deine Webseite live ist, solltest du kontrollieren, ob alle Noindex-Tags korrekt entfernt worden sind.

Es gibt kostenlose Crawler: Xenu und für fortgeschrittene Nutzer Screaming Frog. Mit der Free Version kannst du bis zu 500 URLs checken. Mit beiden Tools kannst du auch Webseiten in Staging- und Entwicklungsumgebungen testen, bevor sie live gehen.

Zum kostenlosen Broken Link Finder Xenu

Weitere Informationen zu Screaming Frog

robots.txt-Datei und technisches SEO

robots.txt ist eine Protokoll-Datei, die der Suchmaschinen-Crawler zuerst liest: In diese robots.txt-Datei fügst du die Adresse der Sitemap ein, sodass deine Website gefunden wird.

Damit Google deine Webseite weiterhin sehen und indexieren kann, solltest du die Seiten mit der folgenden URL „wp-content/plugins/“ oder „/wp-includes/“ nicht aus dem Report entfernen. Denn diese Seiten enthalten möglicherweise die Skripte von JS und CSS.

Genauso wichtig ist es auch, was du nicht hinzufügen solltest: Dazu zählen Seiten mit vertraulichem Inhalt, wie Log-in-Seiten. Dafür kannst du den Befehl „disallow“ nutzen. Willst du vermeiden, dass deine Login-URLs von Suchmaschinen indexiert werden, reicht es nicht aus, wenn du nur „/wp-admin/“ aus deiner robots.txt ausschließt. Um diese Daten vor neugierigen Augen zu schützen, musst du außerdem den „X-Robots-Tag-http header“ benutzen. Der funktioniert ähnlich wie der „page-level meta robots noindex tag“.

noindex – Teil des Codes

Es gibt immer wieder Diskussionen darüber, welche Teile einer WordPress-Seite indexiert werden sollten und welche nicht. Die Antwort: Das hängt ganz von deiner Website ab.

Mithilfe der Meta Robots noindex tags kannst du dem Crawler einer Suchmaschine seitenspezifische Anweisungen geben. Das ist insbesondere für Seiten sinnvoll, die keinen wesentlichen Mehrwert für Suchmaschinen bieten – wie zum Beispiel URLs mit doppelten Inhalten. Dies gilt auch für deine WordPress-Archivseiten. Denn diese enthalten nur Auszüge von Artikeln und sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Duplikate von deinen Kategorieseiten.

Einige setzen auch Kategorieseiten auf noindex. Verwende dafür den Tag „noindex, follow“. Denn Kategorieseiten sollten ein Hauptbestandteil deiner Seiten-Navigation sein. Sie stellen sicher, dass der Crawler deine Artikel findet.

Bedeutung von HTTPS für technisches SEO

Es ist kein Geheimnis mehr, dass Google HTTPS-Webseiten bevorzugt und diese Seiten im Ranking sogar etwas nach vorn bringt. Seit Januar 2017 kennzeichnen Browser wie Google Chrome und Firefox unverschlüsselte Webseiten, auf denen Passwörter, Bankverbindungen oder Kreditkarteninformationen abgefragt werden, als „unsicher“. Internetnutzer legen Wert auf Sicherheit bei Online-Geschäften. HTTPS ist für dich eine gute Möglichkeit, das Vertrauen deiner Kunden zu gewinnen.

Richte immer 301-Redirects (Weiterleitungen) von HTTP auf HTTPS URLs ein. So stellst du sicher, dass deine Nutzer immer auf einer sicheren Seite landen. Gleichzeitig vermeidest du, dass die Suchmaschine zwei verschiedene Internetseiten wertet.

Mobile-freundliche Websites und technisches SEO

Mobile Optimierung ist kein optionales Ziel beim technischen SEO. Vielmehr sollte heute jede Website für mobile Endgeräte optimiert sein – ganz nach dem Konzept „Mobile First“. Google bietet hierfür bewährte Verfahren. Wenn du technisches SEO für WordPress beherzigst, wird deine Webseite mobil- und auch suchmaschinenfreundlich sein.

Plane AMP (Accelerated mobile pages) ein

Wie der englische Name sagt, steht AMP für das „beschleunigte Laden mobiler Seiten“. Dir sind solche AMP-Seiten bestimmt schon begegnet, zum Beispiel, wenn du die Google-Suche auf deinem Smartphone verwendest.

Momentan liegt der Fokus von AMP vorrangig auf Informationsseiten, aber auch E-Commerce-Webseiten setzen AMP vermehrt ein.

Für die AMP-Optimierung deiner WordPress-Beiträge und -Seiten gibt es ebenfalls geeignete Plugins. Nutze in jedem Fall die aktuellste Version, die alle Updates und Änderungen von Google beinhaltet. Die Umsetzung deiner Webseite für AMP kannst du beispielsweise mit dem Accelerated Mobile Pages (AMP) Validator kontrollieren.

Zum Accelerated Mobile Pages (AMP) Validator.

Auch die Google Search Console zeigt dir mögliche Fehler deiner AMP-Webseiten an.

Wie löse ich Duplicate Content-Probleme mit technischem SEO?

Doppelte Inhalte können das Ranking bei Suchmaschinen beeinträchtigen. Zunächst einmal musst du den Duplicate Content aufzuspüren: Dafür kannst du beispielsweise das Tool Copyscape verwenden. Im nächsten Schritt geht es darum, Lösungen zu finden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um negative Folgen aufgrund von Duplicate Content mit technischem SEO zu beheben:

  • Canonical Tags, die auf die originalen URLs verweisen
  • 301-Weiterleitungen
  • Hreflang Tags für einzelne Länderseiten (DE, AT, CH) mit identischem Content
  • Texte umschreiben

Wie funktioniert die Indexierung von Suchmaschinen?

Suchmaschinen setzen Crawler ein, um das Internet nach neuen Inhalten zu durchforsten. Diese werden dann analysiert und in einer großen Datenbank gespeichert: dem Index. Die Crawlability einer Website drückt aus, wie benutzerfreundlich und verständlich die Seite für Suchmaschinen aufgebaut ist. Indexierbarkeit bezeichnet, bis zu welchem Grad die wesentlichen Bestandteile einer Webseite in den Index bzw. das Suchmaschinenverzeichnis aufgenommen sind. Das ist der grundlegende Baustein für das technische SEO, damit der Such-Robot (Crawler) die Seiteninhalte der Webseite leicht erfassen kann. Deine Aufgabe ist es, deine Webseite so zu strukturieren, dass sie einfach zu „crawlen“ ist und die Suchmaschinen sie lieben.

Tools und Ressourcen für technische SEO-Analysen

Da du jetzt die wesentlichen Grundlagen für technisches SEO kennst, möchten wir dir zum Abschluss noch ein paar gute Tools und Ressourcen empfehlen:

Verfahre bitte nicht nach dem Motto: Viel hilft viel. Zu viele Plugins können deine Webseite verlangsamen und außerdem zu Sicherheitsproblemen führen, wenn sie nicht laufend aktualisiert werden. Statt zehn verschiedene SEO Plugins für verschiedene Aufgaben zu installieren, empfiehlt sich ein Plugin: wie zum Beispiel Yoast SEO oder das All in One SEO Pack.

Zum Yoast SEO-Plugin

Zum Plugin All in One SEO Pack

Beide Plugins bieten dir so gut wie alles, was du für die Suchmaschinenoptimierung deiner WordPress-Webseite benötigst. Du kannst ganz einfach Meta-Daten schreiben, Sitemaps erstellen, robots.txt-Dateien bearbeiten oder auch komplette SEO-Daten importieren bzw. exportieren – nur um einige der hilfreichsten Dinge zu erwähnen.

Technische SEO für WordPress - Fazit

Auf den ersten Blick erscheint dieser Ratgeber zum technischen SEO für WordPress möglicherweise als große Herausforderung. Aber schon nach kurzer Zeit wirst du mit den Tipps erste Erfolge erzielen. Denke wie deine Kunden: Würdest du dich lieber für einen WordPress-Entwickler entscheiden, der auch einen SEO-Service anbieten kann? Also geh die Ratschläge noch einmal in Ruhe durch und mach dich fit für deinen nächsten Auftrag.

Bildnachweis: Fotolia, Lizenz: GoDaddy

Dieser Artikel ist am 01.02.2018 erschienen und wurde am 02.04.2024 aktualisiert und erweitert.